Was sollte man in einem Kölner Brauhaus essen?

Ben
Geschichtensammler
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Kölner Kompass

Was sollte man in einem Kölner Brauhaus essen?

Halver Hahn, Himmel un Ääd oder Kölscher Kaviar klingen für viele beim ersten Besuch in Köln erstmal rätselhaft. Genau diese Gerichte gehören aber genauso zur Brauhauskultur wie das Kölsch, der Köbes und die gesellige Stimmung an langen Holztischen.

Wer in Köln ein Brauhaus besucht, bekommt nicht nur etwas zu trinken, sondern auch einen kleinen Einblick in die kölsche Lebensart. Die Küche ist deftig, bodenständig und manchmal ein bisschen überraschend. Hier sind fünf Klassiker, die man in einem Kölner Brauhaus probieren kann.

1. Halver Hahn

Der Halver Hahn ist wahrscheinlich das bekannteste Missverständnis der Kölner Brauhausküche. Wer ein halbes Hähnchen erwartet, wird überrascht. Serviert wird stattdessen ein Röggelchen, also ein dunkles Roggenbrötchen, meist mit mittelaltem Gouda, Butter, Senf und Zwiebeln.

Gerade für Gäste, die zum ersten Mal in Köln sind, ist der Halver Hahn fast Pflicht. Nicht, weil er besonders aufwendig wäre, sondern weil er wunderbar zeigt, wie Köln funktioniert: direkt, eigenwillig und mit viel Tradition.

Gerade zum ersten Kölsch wird der Halver Hahn oft als kleiner Snack bestellt. Irgendwie funktioniert er im Brauhaus ein bisschen wie kölsche Tapas: unkompliziert, gesellig und perfekt für den Einstieg in den Abend.

2. Himmel un Ääd

Himmel un Ääd ist ein echter Klassiker der rheinischen Küche. Der Name steht für Äpfel aus dem Himmel und Kartoffeln aus der Erde. Dazu kommen meist gebratene Zwiebeln und Flönz, also kölsche Blutwurst.

Das Gericht ist süß, herzhaft und deftig zugleich. Wer etwas probieren möchte, das wirklich nach Rheinland schmeckt, liegt mit Himmel un Ääd sehr richtig.

Je nach Brauhaus schmeckt das Gericht übrigens immer ein bisschen anders. Manche setzen stärker auf die Süße der Äpfel, andere eher auf die würzige Blutwurst. Gerade diese kleinen Unterschiede machen den Reiz vieler Brauhäuser aus.

3. Kölscher Kaviar

Kölscher Kaviar klingt edel, ist aber typisch kölsch bodenständig. Gemeint ist Flönz, also Blutwurst, meist mit Röggelchen, Senf und Zwiebeln.

Der Name lebt vom kölschen Augenzwinkern. Es klingt nach Luxus, ist aber ein einfacher und deftiger Brauhausklassiker. Spätestens beim Begriff „Kölscher Kaviar“ merkt man, dass Köln kulinarisch seine ganz eigene Sprache spricht.

Kölscher Kaviar eignet sich besonders gut als kleiner Snack zum Kölsch oder zum Teilen am Tisch.

4. Rheinischer Sauerbraten

Rheinischer Sauerbraten ist etwas für alle, die im Brauhaus richtig essen möchten. Typisch ist die süß-saure Sauce, häufig mit Rosinen, dazu Klöße und Rotkohl.

Nach einer Brauhaustour ist Sauerbraten genau die Art von Gericht, bei der man gerne noch länger sitzen bleibt. Es ist kein schneller Snack, sondern eher ein gemütliches Brauhausessen für den weiteren Abend.

Gerade in traditionellen Brauhäusern gehört Rheinischer Sauerbraten bis heute zu den beliebtesten Hauptgerichten auf der Karte.

5. Rievkooche

Rievkooche, also Reibekuchen, sind knusprige Kartoffelpuffer und gehören ebenfalls zu den bekannten Spezialitäten in Köln und im Rheinland. Klassisch werden sie oft mit Apfelmus gegessen.

Sie passen gut, wenn man etwas Einfaches teilen möchte oder nicht direkt ein schweres Hauptgericht bestellen will. Gerade in geselliger Runde sind Rievkooche eine gute Wahl.

Viele Gäste bestellen sie auch einfach zusätzlich für den Tisch, während schon das nächste Kölsch serviert wird.

Was bestellt man eher als Snack und was als Hauptgericht?

Halver Hahn und Kölscher Kaviar eignen sich eher als kleiner Snack zum Kölsch. Himmel un Ääd und Rheinischer Sauerbraten sind dagegen klassische Brauhausgerichte für den größeren Hunger. Rievkooche funktionieren besonders gut zum Teilen in der Gruppe.

Gerade wenn mehrere Gerichte gemeinsam bestellt werden, bekommt man schnell ein gutes Gefühl dafür, wie vielfältig die kölsche Brauhausküche eigentlich ist.

Nach der Brauhaustour einfach sitzen bleiben

Viele Gäste merken während unserer Brauhaustour erst, wie unterschiedlich die Kölner Brauhäuser sind. Jedes Haus hat seinen eigenen Charakter, seine eigene Atmosphäre und oft auch kleine Unterschiede auf der Speisekarte.

Deshalb lohnt es sich, nach der Tour nicht sofort weiterzuziehen, sondern noch im Brauhaus zu bleiben. Die Tour liefert die Geschichten, die Stimmung und den Einstieg in die Brauhauskultur. Das Essen danach macht den Abend komplett.

Gerade für größere Gruppen reservieren wir auf Wunsch natürlich auch gerne einen Tisch im Brauhaus, damit der Abend nach der Tour entspannt weitergehen kann.

Kleiner Brauhaus-Tipp: Wer nach der Tour noch zusammensitzt, bestellt am besten verschiedene Gerichte für den Tisch. So kann man mehrere Klassiker probieren, ohne sich direkt auf nur ein Gericht festlegen zu müssen.

Jeder Jeck is anders

Natürlich ist das hier nur eine kleine Auswahl typischer Brauhausklassiker. Die Kölner Brauhausküche hat noch deutlich mehr zu bieten. Außerdem findet man inzwischen in vielen Brauhäusern auch vegetarische oder vegane Alternativen.

Denn wie man in Köln sagt: Jeder Jeck is anders.

Ob Sauerbraten, Halver Hahn, Rievkooche oder moderne Alternativen: Am Ende geht es im Brauhaus nicht nur darum, was auf dem Teller liegt. Es geht darum, zusammenzusitzen, Kölsch zu trinken und einfach einen guten Abend zu haben.

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